Das stark limitierte Fotobuch zur Ausstellung STAGELESS . SVEN MARQUARDT beinhaltet 90 Fotos unserer Tänzer*innen auf insgesamt 120 Seiten. Für 20 € inkl. Versand erhalten Sie eines der wenigen Exemplare in unserem Webshop

Video zur Ausstellung (1:40 Min.):

Im Oktober 2019 hat Sven Marquardt die Mitglieder des internationalen Ensembles des Palasts unmittelbar nach einem Auftritt und nach Proben porträtiert. Während in einigen der Gesichter und Posen noch der Adrenalinschub sichtbar ist, gelingen Sven Marquardt in anderen Bildern intime Momentaufnahmen seiner Modelle. Kein halbes Jahr nach dem Shooting sind die porträtierten Künstler*innen ihrer Bühne beraubt, sie sind ’stageless‘, aufgrund der Pandemie wurden alle Vorstellungen vom 11. März bis 1. Januar abgesagt.

 

Der Palast steht für Glamour und Eleganz, normalerweise. Man sieht förmlich, dass diese Ausstellung ein gewaltiger Eingriff in unser Foyer, unser Leben, unsere Bestimmung als Showtheater ist. Also stehen da unverkleidete Baugerüste mit Farbklecksen und Arbeitsspuren, eindringliche Fotos gedruckt auf Bauzaunplanen, beleuchtet mit Arbeitslichtern. Raue Improvisationsästhetik, die nicht nur den Eindruck einer Baustelle erweckt, wir sind auch eine. Bis Dezember wird die Lüftungsanlage des Hauses modernisiert. In dem Soundteppich, der über der Ausstellung liegt, werden manche denken, die Baugeräusche seien Teil der Installation. Wenn man dann im riesigen Treppenhaus des Foyers mit den meterhohen Videoprojektionen steht, entsteht fast der Eindruck eines verlassenen Grand Hotels. In all ihrer Intensität hat diese massive künstlerische Intervention von Kurator Felix Hoffmann (C/O Berlin) und Sven Marquardt etwas Tröstliches: Das ist temporär, wir kommen wieder.

 

Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte: der Beitrag im ZDF Mittagsmagazin gibt einen schönen Einblick in die Ausstellung.

Galerie

Pressestimmen

Bereits auf den ersten Blick erkennt man die Handschrift des Berghain-Granden: Die meisten der Close-ups und Porträts sind schwarz-weiß, manche wegen der Lichtverhältnisse betont unscharf gehalten. Die Tänzer und Tänzerinnen sind von ihrem Bühnenglitzer befreit, wirken wie dunkle Nachtgestalten.

Aus dem Palast-Foyer wurde eine temporäre Galerie, das Ensemble tritt ohne Bühne auf. 68 Großfotos werden zur Inszenierung der Stille, die ihre ganz eigene Magie und emotionale Wucht hat.

Die Porträts bewegen, weil man genau weiß, dass was die Künstler lieben, der Auftritt, die Bühne, das Adrenalin, sind seit Monaten nicht mehr möglich.

Entstanden sind, wie bei Marquardt nicht anders zu erwarten, keine klassischen Porträts, sondern intensive Inszenierungen.

Aus seinen Transformationen liest man manche Ode an die Schönheit und, welch schöne Verstörung, zugleich auch den Schmerz der Einsamkeit nach dem Hochgefühl. Leere, Ängste, Melancholie.

Das nun fast 70 Bilder unter dem vielsagenden Titel ‚STAGELESS‘, also bühnenlos, im Foyer zu sehen sind, könnte kaum besser in diese Zeit passen.

Dieser Menschensucher in der Erscheinung eines Höllenfürsten mit der Seele einer Friedenstaube macht dieses arbeitslos gewordene Ensemble glücklich für den Augenblick.

hochintensive Bilder, beeindruckende Portraitstudien

Nie hat man dieses ganze riesige Foyer im Blick, nie das Gefühl, das die Bilder untergehen.

Ungeschönt zeigt Sven Marquardt den Übergang von den dramatisch-maskenhaften Bühnenrollen zu den angestrengten und müden Gesichtern der Tänzer*innen nach der Show.

Sven Marquardt (*1962) ist international als fotografischer Chronist von Identitäten und Tanzpublikum-Kurator der Berliner Techno Szene bekannt geworden. Die Arbeiten erinnern an die Modefotografien von Sibylle Bergemann und Ute Mahler für die ostdeutsche Zeitschrift Sibylle bis hin zu den berühmten Aufnahmen von Peter Lindbergh und entwickeln doch ihre ganz eigene Bildsprache. Die Serie entstand in Zusammenarbeit mit Klaus Stockhausen, Fashion Director beim ZEITmagazin, und wurde von Felix Hoffmann von C/O Berlin kuratiert. Die Ausstellung umfasst ca. 70 S/W-Porträts auf großformatigen Leinwänden und Projektionen. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

 

Porträt: Vitali Gelwich

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