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Oliver Hoppmann, Kreativdirektion

Kreativdirektor | seit 2011 am Palast

„Wenn jede Position im Palast zu haben wäre, für welche würden Sie sich entscheiden?“ Mit dieser Frage endete mein Bewerbungsgespräch 2010. Meine Antwort: Kreativdirektor. In Berlin kann man ja mal eine große Klappe riskieren. Doch bis sich dieser Traum 2015 erfüllte, war es ein lernintensiver Weg, der erst mal mit einem Praktikum begann.

 

Aufgewachsen in einem Vorort von Heidelberg, stand für mich lange fest, dass ich in der Musikbranche arbeiten möchte. Während der Schulzeit spielte ich in mehreren Bands (Keyboard & Gesang) und komponierte Songs – damals noch mit langen Haaren. Um meine Kenntnisse zu vertiefen, zog ich nach München und arbeitete dort für ein Musiklabel. Doch schnell erkannte ich, dass die Musikbranche doch nicht das Richtige für mich war. Ich packte die Koffer und wechselte nach Berlin, um Wirtschaftskommunikation an der HTW zu studieren.

 

Während und nach der Studienzeit arbeitete ich für verschiedene Kreativagenturen im Eventbereich, animierte und schnitt Filme, und schrieb Konzepte für Corporate Events. Innerhalb dieser Projekte betrat ich auch das erste Mal den Palast, als ich bei einer Veranstaltung im Quatsch Comedy Club die Off-Stimme sprach. Meine Regie-Premiere hatte ich dann beim Deutschen Preis für Wirtschaftskommunikation. Eines meiner erinnerungswürdigsten Events war das Finale des Poetry-Slams für Gehörlose der Aktion Mensch. Einen Slam in Gebärdensprache zu erleben und bei der eigenen Arbeit auf einen Dolmetscher angewiesen zu sein, war eine prägende Erfahrung. Es ist großartig, wenn Inklusion ganz selbstverständlich funktioniert.

 

Heute bin ich da, wo ich hinwollte: Kreativdirektor des Palastes. Hier verbinden sich die Dinge, die mich am meisten faszinieren: opulente Bildwelten, fesselnde Musik, innovative Technik und außergewöhnliche Leistungen von Künstler*innen. Im Wesentlichen arbeite ich in zwei Aufgabenfeldern. Zum einen sorge ich mit unserem Team dafür, dass bei der laufenden Grand Show und Kindershow die Qualität und die Sicherheit auf höchstem Niveau gehalten bzw. gesteigert werden. Zum anderen plane ich mit der Intendanz die neuen Produktionen, stelle in Zusammenarbeit mit den anderen Direktor*innen das Kreativteam zusammen (vom Set-/Licht-/Video- & Sound-Design über Kostüm-Design bis hin zu Choreograph*innen, Künstler*innen, Komponist*innen) und sorge für reibungslose Abläufe im Kreationsprozess.

 

Wir haben den außergewöhnlichen Luxus, alle zwei Jahre eine neue Grand Show kreieren zu können und uns dadurch immer wieder neu zu erfinden. Für die Produktion VIVID Grand Show arbeiten wir mit einem Kreativteam in fünf Zeitzonen. Von Australien über Europa bis an die Westküste Nordamerikas – so international waren wir noch nie. So kommen unterschiedliche Kulturen, gesellschaftliche Hintergründe, aber auch persönliche Geschichten zusammen und fließen in die Kreation mit ein.

 

Mein Alltag am Palast ist sehr abwechslungsreich, kein Tag gleicht dem anderen. Das erfordert einen klaren Kopf. Zum Abschalten jogge ich gerne, „lese“ Hörbücher oder folge den Ergebnissen der Fußball-Bundesliga. Gerne darf es auch mal ein Abend vor der Playstation sein. Am liebsten koche ich allerdings in der Freizeit mit meiner Familie, Freunden aber auch mal mit Kolleg*innen aus dem Kreativteam. Ich liebe die Tradition des gemeinsamen Essens, für mich ist es die schönste Gelegenheit, sich kennen zu lernen und auszutauschen. Meine aktuelle Kochempfehlung: japanische Ramen-Suppen. Sie geben Kraft und lassen sich vielseitig variieren.“

 

Fotos: Dennis Weinbörner

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