Blog

Manja Knothe, Kostüm

Damenmaßschneiderin | seit 2011 am Palast

Manja Knothe

„Graffiti-Krinolinen, Punk-Vinyl oder Tattoo-Kathedralen? Nein, das sind keine Fantasy-Figuren, Kunstobjekte oder historische Gebäude. Für mich sind das meine ‚Alltagsgegenstände‘, mit denen ich ständig arbeite.
 
Haute Couture tanzbar zu machen, das ist nämlich die große Kunst und Herausforderung bei uns in der Kostümabteilung des Palastes. Wir haben das Glück, mit Spitzendesignern wie Jean Paul Gaultier, Christian Lacroix oder Thierry Mugler zusammenzuarbeiten. Da schleicht sich keine Langeweile ein, denn jedes Detail muss perfekt sitzen und wir setzen auf höchste Qualität der Stoffe und Accessoires. Gleichzeitig müssen die Materialien und Kostüme sechs bis acht Vorstellungen pro Woche standhalten – und das für zwei Jahre!
 
Als gebürtige Dresdnerin wechselte ich 2011 an den Friedrichstadt-Palast. Mir gefielen die Vielseitigkeit, die Kreativität am Haus und die ständig neuen Anforderungen. Zuvor kam ich zum Probenähen, durfte Reißverschlüsse und Briefecken anfertigen und zeigte, wie ich Kanten verarbeite. Das scheine ich gut gemacht zu haben und so fing ich kurz danach meine Lehre zur Damenmaßschneiderin an. An meinem ersten Tag bekam ich dann meine ganz eigene Zuschneide- und Stickschere.
 
Natürlich gehören auch alltägliche Reparaturarbeiten und Änderungen zu meinem Job. Ich mache Nähte größer und kleiner, tausche Reißverschlüsse aus, flicke Löcher, passe die Kostüme neu an.
 
Für THE ONE Grand Show nähte ich unter anderem die Graffiti-Krinoline. Nach Entwürfen von Jean Paul Gaultier und Schnittmustern der Gewandmeisterinnen fertigte ich erst einmal den Prototypen an. Mehrere Monate haben wir daran getüftelt, welche Muster passen, Materialien und Stoffe ausprobiert und das Ganze mit verschiedenen Metallstäbchen gestärkt. Insgesamt nähte ich über 40 Stunden daran. Es war toll, dann am Ende zu sehen, wie der Stoff an der Tänzerin auf der Bühne wirkt.“

 

Fotos: Dennis Weinbörner

Zum Seitenanfang