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Gero Konietzko, Technische Verwaltung

Kaufmännischer Mitarbeiter | seit 2012 am Palast

Gero Konietzko

 

„Höhlenforscher, Game Designer, Objektarchivar, Musicaldarsteller – all das bin ich. Aber vor allem ein richtig großer Glückspilz. Eine Initiativ-Bewerbung und es hat geklappt! Seit 2012 arbeite ich als kaufmännischer Mitarbeiter in der Technischen Verwaltung des Palastes und kann all das anwenden, was ich in meinen drei Ausbildungen – zum kaufmännischen Assistenten, Großhandelskaufmann sowie zum Game Designer – gelernt habe.

 

In der Technischen Verwaltung bin ich neben der Organisation von Kurierfahrten und der Verwaltung des Büromateriallagers auch für die Abwicklung des zentralen Einkaufs zuständig. Das Ungewöhnlichste, was ich jemals bestellen durfte, war neonpinke und neongrüne Gummibänder. Diese wurden zu Requisiten für die tanzenden Lakritzstangen in der Kindershow ‚Ganz schön anders‘ weiterverarbeitet.

 

Seit Längerem tüftele ich schon an einem exakten 3D-Modell des Palastes, das uns bei der grafischen Visualisierung geplanter Bauprojekte und Umbauten dienen soll. Da hilft mir natürlich meine Erfahrung aus dem Studium im Bereich Grafik und 3D-Modellierung. Das digitale Palast-Modell unterstützt uns dabei, Transportwege zu planen, Büros neu einzurichten oder einfach nur Maße und Wandfarben abzulesen. Weiße Flecken auf der Palast-Landkarte habe ich gefüllt. Wie ein Höhlenforscher, mit Taschenlampe in der Hand, erkundete ich beispielsweise schon den sogenannten Druckboden unter der Saalbestuhlung – eine Art technischer Betriebsraum für die Belüftung. Ich glaube, vor mir war lange Zeit niemand mehr dort, und so entdeckte ich so einige nette Fundstücke wie eine über 30 Jahre alte, leere Bierflasche aus DDR-Zeiten (Marke ‚Deutsches Pilsner Vollbier‘).

 

Die Bierflasche kam dann direkt ins Objektarchiv, das ich mit betreue. Hier lagern wir größere Gegenstände aus der Geschichte des Hauses: die Saalbestuhlung und Türklinken des alten Palastes, alte Gemälde, sogar eine DDR-Klopapierrolle. In der Rückwand eines Spiegels aus dem alten FSP habe ich ein Stück Tapete entdeckt, das vermutlich noch aus Zeiten des Großen Schauspielhauses (1920er) stammt. Da ich mich selbst auch für Geschichte interessiere, finde ich diese kleinen Archivaufgaben sehr spannend.

 

Auch privat heißt es ‚Show-Time‘. Seit einigen Jahren spiele ich in einer Musicalgruppe und probe jeden Sonntag bis zu acht Stunden für neue Produktionen. Eine meiner Lieblingsrollen war der Zahnarzt in ‚Der kleine Horrorladen‘ oder auch die Dragqueen in ‚Familie Zapp taucht ab‘. Tanzen und Singen mit 14 cm hohen Absätzen und 6 kg schweren Silikon-Brüsten – das war schon eine Herausforderung. Gesang und Schauspiel liegt mir am meisten. Tanzen? Naja, da gibt es Nachholungsbedarf. Wahrscheinlich müsste ich ein paar Nachhilfestunden bei unserem Ensemble nehmen. Ich übe aber auch schon fleißig beim Swingtanz auf zahlreichen 20er Jahre Partys.“

 

 

Foto: Dennis Weinbörner

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