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Ezzat Gamel, Tänzer

Ezzat Wahid Ezzat Abdelmoty Gamel | seit 2013 am Palast

Ezzat Gamel

„‘Aha‘ ist nicht nur ein Ausruf, sondern auch der Name des Gottes des Tanzes und der Musik im Alten Ägypten. Zu Ehren der Göttin des Tanzes, Hathor, existierte sogar ein akrobatischer Sprungtanz. Was ich damit sagen will: Der Tanz hatte in meinem Heimatland schon immer einen hohen Stellenwert bei allen festlichen Gelegenheiten. Einer der wohl ältesten Tänze der Welt – der ‚Raqs Sharqi‘ oder auch orientalischer Tanz genannt – stammt aus Ägypten. Und auch das Ballett ist dort bereits seit 80 Jahren fester Bestandteil unserer Kultur.

 

Schon als Junge wollte ich klassischer Tänzer werden. Mit neun brachte mich meine Familie zum Ballettunterricht, später tanzte ich in der Ballettkompanie der Kairoer Oper. Dort sah mich ein Talentscout, der mich nach Österreich holte. Als ich am 7. Oktober 2013 an den Palast kam, war ich gerade 19 Jahre alt. Ich hatte von der Bühne online erfahren, etwas recherchiert und war sofort neugierig. Denn neben diversen Tanzstilen gehören auch Fitness sowie Akrobatik zum Job eines Tänzers am Haus. Das reizte mich total, zumal ich zuvor nur als klassischer Tänzer gearbeitet hatte.

 

Das Vortanzen am Palast war meine allererste Audition – eine echte Herausforderung, tritt man doch gegen unglaublich viele Talente an. Doch bei mir klappte es gleich! Ein wirklich toller Moment. Das erste Mal auf der größten Theaterbühne der Welt stand ich bei der Weihnachtsshow ‚berlin ERLEUCHTET‘, genau einen Monat nach meinem Eintritt ins Ballettensemble. Danach tanzte ich in SHOW ME, meiner ersten Grand Show, die bis 2014 lief.

 

Mittlerweile ist der Palast mein zweites Zuhause geworden: Hier sind meine Freunde, hier verbringe ich die meiste Zeit. Vor allem den großen Ballettsaal mit seinem angrenzenden Fitnessbereich schätze ich sehr. Gerne möchte ich meine ganze Tanzkarriere im Palast verbringen, bevor ich dann wieder nach Ägypten zurückkehre – zu meiner Familie, der Sonne und dem (warmen) Meer ;-)

 

Tanzen ist ein harter, aber für mich unglaublich erfüllender Job. Besonders hier, wo einem nicht nur Unterstützung und Halt gegeben wird, sondern es auch immer wieder Neues zu lernen und auszuprobieren gibt. Abseits der Bühne entspanne ich meistens mit meiner Frau und Freunden, zum Beispiel am Alexanderplatz, der für mich das Zeichen der Stadt ist.“

 

Fotos: Dean Barucija

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