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Corinna Jakoby, Show-Band

Violinistin | seit 1994 am Palast

„Aufgewachsen im beschaulichen Saarland, Musik-Studium in Paris und Salzburg, drei Jahre Teneriffa, längere Aufenthalte auf den Philippinen und Malaysia. Ich bin Weltenbummlerin durch und durch. Wann immer es geht, bin ich auf Reisen. Mit dabei: meine Familie und meine Geige! Früher waren wir viel mit den Kindern auf Tournee. Doch irgendwann kam der Punkt, dass meine Tochter die eigene Wohnung in Berlin nicht mehr wiedererkannte und meinte: ‚Das Hotelzimmer gefällt mir nicht!‘. Dann hieß es Wurzeln schlagen – und zwar in Berlin. Als zweite Geige spiele ich daher seit über 20 Jahren in der Show-Band des Friedrichstadt-Palastes und das mit großer Freude.

 

Als ich 1994 an den Palast kam, war ich als West-Deutsche noch eine ‚Rarität‘ und wurde von meinen – hauptsächlich aus der ehemaligen DDR stammenden – Kolleg*innen liebevoll ‚Ehren-Ossi‘ genannt. In dieser Zeit habe ich bis zu drei Vorstellungen am Tag gespielt: Doppel-Show auf der großen Bühne und dann um 23 Uhr noch eine Vorstellung in der kleinen Revue (heute Quatsch Comedy Club). Hier bekam ich meinen zweiten Spitznamen: ‚Kampfgeige‘, da ich mit Lederhose, hochhackigen Schuhen und einer Punkfrisur die Bühne rockte.

 

Obwohl ich jetzt doch schon einige Zeit hier bin, bleibt es abwechslungsreich. Besonders die Vorbereitungen zu einer neuen Grand Show sind immer wieder spannend. Da proben wir – insgesamt 17 Band-Mitglieder – intensiv, tasten uns an die neuen Kompositionen und Musikstile heran und produzieren eine CD. Für THE ONE Grand Show stammt die Musik unter anderem aus der Feder der BRIT Award-Gewinnerin KT Tunstall und von Gregor Meyle. Das ist schon toll, die Songs solcher großen Künstler*innen zu spielen. Persönliches Highlight sind für mich Bühnenauftritte: Bei THE WYLD kam ich beispielsweise von unten durch die ‚Röhre‘ nach oben gefahren, stand fast allein auf der Bühne und durfte eine Solo-Nummer spielen 😊

 

Mit einem Hornisten zum Mann und drei musikalischen Kindern dreht sich zu Hause eigentlich alles um Musik – unsere armen Nachbarn (an dieser Stelle entschuldige ich mich ganz herzlich)! Neben dem Palast spiele ich noch ab und zu Kammermusik, erst kürzlich mit meiner Barockgeige auf der Insel Hiddensee. Wenn ich mal kein Instrument in der Hand halte, dann ist es dafür aber ein guter Science-Fiction-Roman von Neal Stephenson.“

 

Foto: Dennis Weinbörner

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