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Anudari Nyamsuren, Ballett

Tänzerin | seit 2011 am Palast

„Der perfekte Adrenalinkick Abend für Abend: Vor bis zu 1.900 Gästen auf einer so großen Bühne zu tanzen, ist für mich jedes Mal aufs Neue ein tolles Gefühl. Eine Verbindung zum Publikum aufzubauen, es mitzureißen und zu begeistern – dafür lohnt sich jede Schweißperle. Seit 2011 tanze ich am Palast und fühle mich schon wie eine ‚alte Häsin‘. Der Anfang war eine große Herausforderung, da ich keine Erfahrung in Akrobatik oder Stepptanz hatte. Genau das wurde aber von mir verlangt. Heute schätze ich diese Vielfalt am Haus. Je mehr Stile ich beherrsche, desto mehr kann ich mich entfalten.

 

In der Mongolei geboren, kam ich mit zwei Jahren nach Berlin. Nur drei Jahre später begann ich zu tanzen, mit elf wechselte ich zur Staatlichen Ballettschule Berlin. Seit ich als Kind einen Ausflug in den Palast machte, träumte ich davon, einmal dort zu tanzen. Besonders beeindruckte mich die riesige Bühne. Nach einem kurzen Abstecher an das Theater in Dortmund wurde ich zu einem privaten Vortanzen in den Friedrichstadt-Palast eingeladen. Ich mußte mehrfach nachfragen, bevor endlich die erlösende Zusage der Ballettdirektorin kam. Da war ich überglücklich!

 

Eine große Ehre für mich sind die Solonummern, wie der Fächertanz bei unserer ehemaligen Produktion SHOW ME oder das Ball-Pas de deux bei ‚berlin ERLEUCHTET‘ – was zum Beispiel in jeder Hinsicht eine der schwierigsten Nummern war, die ich performen durfte. Ein überdimensional großer Gymnastikball wurde hierbei in die Choreographie eingebaut, über den mich mein Tanzpartner beispielsweise im Spagat gleiten ließ, was viel Kraft und Konzentration erforderte.

 

Wo ich mich in ein paar Jahren sehe? Wenn ich könnte und man mich ließe, würde ich wahrscheinlich am Palast tanzen, bis der Sensenmann an der Garderobe klopft 😊 Ansonsten bei einem Masterstudiengang oder aber in meinem Garten. Schon jetzt bin ich an meinen freien Tagen immer in unserer grünen Oase in Süd-Tempelhof. Mit meinem kleinen Sohn pflücke ich dann Früchte, denn wir haben unglaublich viel Obst angebaut. Letztes Jahr haben wir sechs Kilo Weintrauben geerntet und daraus Marmelade eingekocht. Und die schmeckt richtig gut!“

 

Fotos: Dennis Weinbörner, Dean Barucija

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