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Emotionalität und Dankbarkeit: Ehrung von Bush sen., Gorbatschow und Kohl im Friedrichstadt-Palast anlässlich des 20. Mauerfalljubiläums

Äußerst selten besuchen Bundespräsident Dr. Horst Köhler und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel dieselbe Veranstaltung.
Am 31. Oktober machten sie eine protokollarische Ausnahme: Mit George Bush sen., Michail Gorbatschow und Dr. Helmut Kohl wurden in einer Festveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung im Friedrichstadt-Palast die drei Schlüsselfiguren geehrt, die Deutschlands Wiedervereinigung erst möglich gemacht und den Weg zu einem friedlichen Miteinander in Ost und West geebnet haben.

Neben Deutschlands Staats- und Regierungsoberhaupt begrüßte Prof. Bernhard Vogel, Ministerpräsident a. D. und Stiftungsvorsitzender, auch den Präsidenten des Bundestages, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts und zahlreiche Botschafter, ehemalige und aktuelle Bundesminister und Ministerpräsidenten sowie über 30 internationale TV-Teams und weit über 200 Journalisten.

Standing Ovations erhielten die drei Staatsmänner, als sie den Saal betraten. Standing Ovations erhielten sie, nachdem sie ihre ganz persönlichen Eindrücke aus der Zeit des Mauerfalls schilderten. „Ich habe nichts Besseres, als stolz zu sein auf die deutsche Einheit“, erläuterte Kohl und schloss sein Grußwort mit dem Satz: Der Himmel hat uns geholfen.“ Die Geehrten, aber auch Gäste im Auditorium wie der ungarische ehemalige Ministerpräsident der Wendezeit, Miklos Nemeth, erhielten immer wieder minutenlangen Beifall.

Bundespräsident Horst Köhler hatte zuvor die drei Staatsmänner in seiner Laudatio „als große Männer“ geehrt, die Geschichte geschrieben hätten. Dies sei aber nur und vor allem möglich gewesen, da ihre Völker auch lernfähig gewesen seien und großen Freiheitswillen hatten.

Momente tiefer Emotionalität, Kohl, Gorbatschow und Bush noch einmal vereint zu sehen, prägten die Veranstaltung.

„Dass dieser Wimpernschlag der Geschichte in unserem Haus stattgefunden hat, ist ein Ritterschlag für den Palast“, erläutert Dr. Berndt Schmidt, Intendant des Friedrichstadt-Palastes. „Der Friedrichstadt-Palast ist der letzte große Prachtbau, der von der DDR errichtet wurde und war auch eine Art Spielwiese der DDR-Funktionäre. Dass nun dieser ungemein hochrangige nationale Festakt zum Mauerfalljubiläum bei uns stattgefunden hat, zeigt, dass unser ‚Sonderplattenbau’, so wie wir es auch empfinden und leben, ganz selbstverständlich im vereinigten Deutschland und in Europa angekommen ist.“

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