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Der Friedrichstadt-Palast setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung von Homosexuellen in Russland

Aus Solidarität mit homosexuellen und allen anderen aufgeklärten und toleranten Russinnen und Russen sagt der Friedrichstadt-Palast alle Anfragen russischer Investoren ab. Im Folgenden die Erklärung in eigener Sache, ebenfalls nachzulesen auf unserer Facebook-Seite:

„Wir haben russische Mitarbeiter. Wir beschäftigen russische Artisten. Wir schätzen und mögen Russland und seine reiche Kultur. Unter anderem auch den Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski, der – in St. Petersburg müssten wir 12.800 Euro Strafe zahlen, da wir das sagen – schwul war. Umgekehrt genießt auch der Friedrichstadt-Palast in Russland einen sehr guten Ruf und wir haben in Berlin und dort viele russische Freunde.

Derzeit jedoch schüren konservative russische Politiker eine Hexenjagd auf Homosexuelle (siehe Spiegel-Artikel). Die Diskriminierung von Homosexuellen in St. Petersburg und anderen Provinzstädten sowie die beabsichtigte Ausdehnung dieses schwachsinnigen Gesetzes auf ganz Russland ist nicht akzeptabel.

Der Friedrichstadt-Palast hat daher schon vorletzte Woche laufende Verhandlungen mit russischen Investoren abgebrochen, die unsere Show Yma nach Moskau bringen wollten. Außerdem haben wir vorgestern die Anfrage einer St. Petersburger Eisrevue-Show abgelehnt, die den Palast für Gastspiele mieten wollte. Wir werden auch künftig Anfragen russischer Künstler und Organisationen absagen, solange diese beschämenden Gesetze in Kraft sind.

Die Absagen richten sich in keiner Weise gegen die russischen Künstler, von denen einige wohl selbst homosexuell sind. Von den Moskauer Inves- toren haben wir sogar Verständnis für unsere Absage erfahren. Wir unter- scheiden auch sehr wohl zwischen Land, Menschen, Kultur – und Politik.

Dieser Boykott ist jedoch unsere einzige Möglichkeit als Friedrichstadt-Palast, unsere Solidarität mit den homosexuellen und allen anderen aufgeklärten und toleranten Russinnen und Russen zu zeigen.

Unsere Bühne steht für Freiheit und Toleranz und auch unsere Show Yma hat selbstverständlich homoerotische Momente. So wie sich das gehört für eine tolerante Stadt.“

Unter http://www.allout.org/en/actions/standwithsergey kann man die Petition unterzeichen und teilen.

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