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Abschied von Alexander Iljinskij, 1948 – 2009

Vollkommen unerwartet erreicht uns die Nachricht vom frühen Tod des Alexander „Sascha“ Iljinskij, dem erfolgreichen Intendanten des Friedrichstadt-Palastes von 1. Oktober 1993 bis Sommer 2004. Vor wenigen Tagen, am 26. März, war er erst 61 Jahre alt geworden.

Nach der Wiedervereinigung steckte das Haus spätestens 1993 in einer existenziellen Krise. Mit programmatischen Änderungen, neuen Konzepten und Einsparungen führte Sascha Iljinskij den Friedrichstadt-Palast ab 1994 zu großen Erfolgen. Ohne ihn hätte der Friedrichstadt-Palast das neue Jahrtausend nicht erreicht und so bleibt er als „Retter des Friedrichstadt-Palast“ für immer in unserer Erinnerung.

An den Friedrichstadt-Palast kam er schon Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Er war zunächst Pressesprecher, Chefdramaturg, Autor und Regisseur vieler Revuen. In den Wirren der Krise Anfang der Neunziger wurde er sogar vom damaligen Intendanten kurz entlassen, bevor der Berliner Senat eine glückliche Hand bewies und ihn ein Jahr später zum Intendanten des Friedrichstadt-Palastes berief.

Seine erste Revue, an der er als Autor mitwirkte, war 1994 „Classics“. Weitere Revuen, die er als Mitautor auf die Bühne brachte, waren „Cinema“ (1996), „Elements“ (1999), „Wunderbar – die 2002. Nacht“ (2002) und „Hexen“ (2004). Außerdem entwickelte er 1996 das Weihnachtsprogramm „Jingle Bells“, das bis 2007 zur Weihnachtszeit jährlich lief.

Im Jahr 2003 erhielt er für seine Verdienste um das Theater den Medienpreis „Goldene Henne“, den er 1995 zusammen mit SUPERillu und dem MDR ins Leben gerufen hatte.

2004 trat er als Intendant freiwillig zurück, um sich dem Schreiben und Moderieren sowie seinen Hobbies Motorradfahren und Reisen zu widmen. Im gleichen Jahr erhielt er den Verdienstorden des Landes Berlin. Leider waren ihm und seinem Lebensgefährten Thomas Richter nach seinem Rückzug ins Private nur wenige Jahre vergönnt. Unser aller Mitgefühl gilt daher besonders Thomas Richter und den Familien.

Der Friedrichstadt-Palast muss nun von einem seiner großen Intendanten Abschied nehmen.

Sascha Iljinskij hat den Palast nach der Wiedervereinigung gerettet und ihn als nationale Bühne in Gesamtdeutschland erfolgreich gemacht. Am Montag, den 27. April 2009 begeht der Friedrichstadt-Palast seinen 25. Geburtstag an der Friedrichstraße 107. Dass der Palast überhaupt neu gebaut wurde, ist seinem ersten großen Intendanten Wolfgang E. Struck zu verdanken. Dass der Palast die Wiedervereinigung als Bühne mit Zukunft überlebt hat und dass er in diesem Monat seinen 25. Geburtstag feiern kann, ist Sascha Iljinskij zu verdanken. Diese großen Verdienste machen ihn im Gedächtnis des Hauses unsterblich.

Im Namen des gesamten Ensembles des Friedrichstadt-Palastes

Dr. Berndt Schmidt
Intendant

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