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Ragnar Storch, Beleuchtung

Laserschutzbeauftragter | seit 1989 am Palast

„Eigentlich habe ich Benzin im Blut und bin leidenschaftlicher Offroader – also nicht nur eigentlich. Ich habe schon in Jugendjahren begeistert an allem, was vier oder zwei Räder hat, geschraubt, gewerkelt und getüftelt. Aufgrund meiner Leidenschaft für den Motorsport nehme ich bis heute gelegentlich an Rallyerennen (Trialveranstaltungen) sowohl auf dem Motorrad als auch im Auto teil.

 

Diese Affinität zur Technik hilft auch in meinem Beruf als Laserschutzbeauftragter, mit dem schnelllebigen technischen Fortschritt mitzuhalten und mich tagtäglich erneut zu begeistern. Unsere Lasershows am Palast sind eine Kombination aus hochmoderner Technik und vor allem eigener Kreativität. Ich bin der ‚Komponist‘ sämtlicher Lasershow-Symphonien 😊

 

Das Schöne an meinem Beruf ist, dass ich bei den einzelnen Produktionen meinen eigenen kreativen Beitrag liefern kann. Es ist immer wieder eine Herausforderung und gleichzeitig eine ungemeine Freude, die Visionen des Kreativteams umzusetzen. So musste ich bei unserer aktuellen Kindershow ‚Spiel mit der Zeit‘ sphärische Räume mit Hilfe des Lasers auf der Bühne darstellen. Sphärische Räume? – Ursprünglich hatte ich gar keine Idee, was gemeint war, dafür aber unsere Regisseurin eine umso konkretere Vorstellung. Ich sollte also eine Lasershow kreieren, die eine Zeitreise durch verschiedene Epochen der Geschichte simuliert. Nach längerem Ausprobieren, Abstimmen und Erproben bringen nun die bunten Laser die Kinder (und die Erwachsenen) im Saal zum Staunen und Jubeln. Das ist der schönste Lohn für meine Arbeit und zaubert mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht.

 

Die meisten Lasershows werden manuell vorprogrammiert und laufen auf Basis von Timecodes automatisch bei jeder Show ab. Jedoch gibt es einzelne Szenen während des Stücks, bei denen ich die Laserstrahlen live von meinem Pult aus der Vogelperspektive auf der Bühne steuere.

 

Mittlerweile bin ich seit 28 Jahren Teil dieser großartigen, herzlichen ‚Palastfamilie‘. Sowohl die komplett unterschiedlichen Kolleg*innen, als auch die vielseitigen Anforderungen machen meinen Beruf zum zweiten, spannenden Hobby. Wie ich hierher kam? Ich studierte Elektro- und Gerätetechnik, spazierte zwei Tage nach dem Mauerfall an der Friedrichstraße entlang und fragte spontan im Personalbüro des Palastes nach freien Stellen. Fünf Tage später war mein erster Arbeitstag als Mitarbeiter für Spezialeffekte. Was für ein Glück, dass sie genau so jemanden gesucht haben!“

 

Fotos: Dennis Weinbörner

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