Jörg Würster, Controlling

Controller | seit 2011 am Palast

„Mit dem endlos rechnenden Graf Zahl wurde ich als der Herr der Zahlen und Grafiken glücklicherweise nie verwechselt. Ob ich ein typischer Controller bin? Nein! Wenn ich nur in 0 und 1 denken würde, käme ich im Theater nicht weit. Seit 2011 plane und analysiere ich die Unternehmenszahlen des Palastes und versuche dabei, die Geschäftsentwicklung vorauszusagen. Vier wesentliche Punkte darf ich hierbei nicht aus dem Blick verlieren: Ticketverkäufe, Umsatz, Kosten und Kontostand. Meine Aufgabe ist es, früh genug zu erkennen, wenn Sand ins Getriebe kommt, und dann gegebenenfalls ‚nachzuölen‘.

 

Früher wollte ich immer Berufspilot werden. Wer hätte gedacht, dass mein Traum vom Fliegen bei der Aufnahmeprüfung ausgerechnet am Kopfrechnen scheitert ;) So zog ich von Siegen nach Berlin, um dort Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. Spannende Stationen am Klecks-Theater in Hamburg, beim Fernsehen und bei ‚König der Löwen‘ folgten. Nach so viel Entertainment hatte ich das Gefühl, ich müsse die Welt retten, und bin zu Greenpeace gegangen. Kann man Glamour vermissen? Oh ja, man kann! Und es gibt eben nur einen Ort, an dem dieser wirklich zu Hause ist: am Palast in Berlin!

 

Für mich ist der Friedrichstadt-Palast ein geheimnisvolles, traditionsreiches Theater, das förmlich Geschichte atmet. Daher liebe ich auch meine Rundgänge durch das Haus. Der ständige Austausch mit allen Abteilungen, sei es nun Kostüm, Ballett, Technische Direktion oder Vertrieb, macht mir dabei besonders Spaß. Auch wenn ich viel mit Zahlen, Daten und Fakten zu tun habe, gehe ich zum Lachen nicht in den Keller.

 

Mit dem Selbst-Fliegen hat es mittlerweile auch geklappt, statt im Jumbo-Jet aber lieber in einem Kleinflugzeug. Wer kann schon von sich behaupten, jemals auf dem BER gelandet zu sein! Erstaunlich ist, dass ich keine Angst habe, zwei Kilometer über den Boden durch die Wolken zu gleiten, jedoch bei jeder Überquerung des Schnürbodens 24 Meter über der Bühne sofort in eine Schockstarre verfalle.

 

Und wenn ich die Welt schon nicht retten kann, dann möchte ich wenigstens helfen. Ich engagiere mich ehrenamtlich beim Lesben- und Schwulenverband in Deutschland und unterstütze das Mentorenprojekt für homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge MILES. Als Pate helfe ich dabei Flüchtlingen beim Spracherwerb, der Wohnungssuche, der Bewältigung von Alltagssituationen und Behördengängen sowie der Integration in die deutsche Gesellschaft.“

 

Foto: Dennis Weinbörner

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