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Christina Tarelkin, junges Ensemble

Direktorin junges Ensemble | seit 1989 am Palast

„Der ehrlichste Eindruck eines Menschen offenbart sich im Tanz und in der Musik. Körper lügen nicht, sagte die Tänzerin und Choreografin Agnes de Mille einmal. Als ich selbst noch als Kind von 1973 bis 1984 im jungen Ensemble des alten Friedrichstadt-Palastes auf der Bühne stand, hätte ich nie vermutet, viele Jahre später einmal Direktorin des größten Kinder- und Jugendensembles in Europa zu werden. Verrückt! Zumal ich zunächst eine Ausbildung zur Wirtschaftskauffrau für Verlags- und Urheberrecht abgeschlossen hatte. Naja, die Bühne hat mich schon immer mehr fasziniert als Gesetze und Paragraphen.

 

Ich tanze seit ich klein bin. Angefangen als Kunstspringerin wechselte ich schnell zum Show-Tanz. Damals habe ich mit meiner Tanzgruppe ‚gemuggt‘ ohne Ende – mit bis zu 300 Vorstellungen im Jahr, viele im Palast der Republik. Mit einem parallelen Aufbaustudium an der Kunstakademie Berlin ermöglichte ich mir schließlich ein Studium zur Choreographin und Trainingsmeisterin an der Theaterhochschule ‚Hans Otto‘ in Leipzig. Danach wollte ich unbedingt zurück nach Berlin.

 

Mittlerweile bin ich auch schon über 40 Jahre am Palast: Zunächst als Schülerin im jungen Ensemble, dann als Praktikantin, später als Trainingsmeisterin und Choreographin, bis ich 2000 zur Künstlerischen Leiterin berufen wurde. Seit 2010 bin ich nun Direktorin dieses wundervollen Ensembles und leite den künstlerischen, technischen sowie administrativen Bereich, koordiniere die tänzerische Arbeit und das Training der 280 Kids und sorge für den reibungslosen Ablauf der Kindershows. An meiner Seite, ein großartiges, engagiertes Team aus Pädagog*innen und Dozent*innen.

 

Strahlende Kinderaugen sind das Schönste! Die Dankbarkeit, die dir die Kids und Teens entgegenbringen, wenn du dich mit ihnen beschäftigst, ist einfach unbeschreiblich. Und wenn Kinder für Kinder spielen, ist das für mich ein großes Stück meiner ‚Lebensglücktorte‘. Darum liebe ich ‚meine‘ Kinder, weil sie die Welt und sich selbst noch im schönen Zauberspiegel ihrer Phantasie sehen. Wie ich zu meinem Spitznamen ‚Tinka‘ kam? Als ich meinen Mann 1984 am Palast kennenlernte, nannten er und seine russische Familie mich immer Katharina die Große. Warum weiß ich auch nicht mehr so genau. Im Russischen wurde daraus Katinka – am Ende die Kurzform Tinka. Christina mochte ich eh nie so gern.

 

Wenn ich nicht gerade am Steuerrad des jE stehe, bin ich Kapitänin auf unserem Boot und schippere gemeinsam mit meinem Mann über die Wasserstraßen Deutschlands. Unser Essen angeln wir dabei selbst. Oder wir bereisen mit unserem Camper die skandinavischen Länder. Ganz besonders liebe ich die raue, winterliche Nordsee in Dänemark. Mein nächstes Ziel? Irland, wo Freunde von uns leben.

Fotos: Dennis Weinbörner

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