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Brigitte Oelke, Gesangssolistin

Gesangssolistin in THE ONE Grand Show | seit 2016 am Palast

„Wenn ich am Ende von meinem Gesangssolo ‚Warte nicht‘ rückwärts davongleite, der Nebel um mich herum hochsteigt und sich diese fantastisch große Bühne vor mir in blaues Licht getaucht erstreckt – dann ist das eines meiner absoluten Highlights in THE ONE Grand Show. Diese imposante Fläche von 2.854 Quadratmetern dann nur mit meiner Rolle und Stimme zu füllen, ist ein unbeschreibliches Gefühl.

 

Dabei stand ich schon auf vielen Bühnen in vielen Produktionen. Seit über zwanzig Jahren singe und spiele ich in Musicals und Opern. Meine Paraderolle ist die ‚Killer Queen‘ aus dem Kultmusical ‚We will rock you‘. Seit der deutschsprachigen Uraufführung 2004 in Köln habe ich sie in allen Produktionen und Premieren als Erstbesetzung verkörpert. Für mich ebenso unvergesslich: Als ich ‚Der Tod‘ in der Welturaufführung von ‚JEDERMANN – Die Rockoper‘ bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt interpretieren durfte. Schon etwas Besonderes, denn ursprünglich war die Rolle für einen Mann gedacht. Tja :-)

 

In THE ONE Grand Show übernehme ich den Part der ehemaligen Theaterprinzipalin, die ‚Meneuse de Revue‘, die in ihrem stillgelegten Haus noch mal alle Fäden zieht und im Kopf des jungen Partygastes eine letzte ‚Show‘ inszeniert. Mit ihrem Alter ego als junge, gefeierte Artistin führt sie den Träumer durch die Welt der Revue und verdreht ihm nach allen Regeln der Kunst den Kopf. Eine tolle Figur, die viel Abwechslung bietet. Jedes Mal finde ich beim Spielen etwas Neues, was ihren Charakter und ihre Geschichte prägt. Dass ich dazu von Jean Paul Gaultier persönlich eingekleidet wurde, macht es umso zauberhafter.

 

Eine Rolle mit Leben zu füllen, ja, ihren Lebenslauf zu erkunden – das ist für mich mit das Spannendste an einer Produktion. Dieser Entstehungsprozess ist fantastisch, voll von Experimenten, viel Hin und Her sowie irrwitzigen Ideen. Was funktioniert, was nicht? Das Wort ‚Probieren‘ steckt schließlich auch irgendwie in ‚Proben‘. Die waren am Palast für mich übrigens etwas ganz Neues, denn im Unterschied zu meinen bisherigen Erfahrungen kommt man als Gesangssolist*in hier erst viel später hinzu. Da sind das Ballett und die anderen Gewerke schon längst am Üben und weit vorangeschritten. Tatsächlich war ich vielmehr ein Puzzleteil, welches erst gegen Ende eingesetzt wurde.

 

Überhaupt ist am Palast alles vorbildlich organisiert. Es ist eine wunderbare Arbeitsatmosphäre – konzentriert, aber locker. Und zuvorkommend. Siehe das In-ear-System, welches alle Sänger*innen bekommen. Das kenne ich sonst nur von Konzerten, aber nicht aus dem Theater!

 

Abseits der glitzernden Welt der Revue tüftele ich an meinen Projekten, sammle Ideen oder streife durch die grünen Ecken Berlins. Meine Lieblingsorte: der Schlachten- und Tegeler See. Hier flaniere ich nicht nur gerne, sondern fahre ab und an auch drüber.“

 

Fotos: Dennis Weinbörner, Sven Darmer

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