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Anastasia Makeeva, Tuch Artistik

Tuch-Artistin bei THE ONE Grand Show

„In jedem steckt ein kleiner Rebell! Die sprunghafte Ader war in meiner Jugend zum großen Bedauern meiner Eltern anscheinend ausgeprägter als bei anderen: Vom Musikstudium über die Filmuniversität bis hin zur Zirkusschule – ich habe alles ausprobiert und bin schließlich bei der Luftakrobatik hängen geblieben. Heute performe ich weltweit auf Festivals, in Zirkussen und in THE ONE Grand Show.

 

Von meinem sechsten bis zum 13. Lebensjahr lernte ich an der staatlichen Musikschule in Moskau ‚Domra‘, eine in der russischen Musik gespielte Laute. Mein absolutes Gehör kam mir hier zu Gute. Geplant war eine musikalische Karriere am Konservatorium. Doch es kam anders. Nach einem kurzen Abstecher in die Film- und Regiewelt entschied ich mich für eine Ausbildung an der Schule des Großen Moskauer Staatszirkus. Damals wollte ich unbedingt Clown werden und die Menschen zum Lachen bringen! Doch im letzten Schuljahr entdeckte ich die Leidenschaft für Luftartistik; eine ästhetische, atemberaubende und herausfordernde Kunstform! So entwickelte ich meine Nummer mit zwei zu Schlaufen gebundenen Vertikaltüchern und ohne Sicherheitsgurt.

 

Höhenangst? Ja, auf jeden Fall! Nach meinem ersten Mal in 15 Metern Höhe war ich noch zwei Tage danach krank. Mir war so schwindelig. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. Meine erste berufliche Erfahrung sammelte ich in einem kleinen russischen Wanderzirkus. Zwei Jahre lang Camping – Yeah! Seitdem bin ich viel unterwegs. Eine tolle Zeit hatte ich beispielsweise auf einem Festival in Shizuoka, Japan. Die japanischen Zuschauer*innen drücken dort ihre Begeisterung und Wertschätzung aus, indem sie dir am Ende der Vorstellung Geld überreichen und deine Hand berühren.

 

Als ich an den Palast kam, ging ein Traum in Erfüllung. Es gibt vielleicht fünf Top-Orte, die auf der Wunschliste eines Artisten stehen. Und unsere Bühne ist einer davon. Hier gibt es keine Grenzen, hier wird ‚Respect each other‘ großgeschrieben. Das gefällt mir! In THE ONE Grand Show performe ich vor rund 1.900 Gästen. Da ist Konzentration angesagt. Mein Lieblingsort im Haus – der Bühnenboden – hilft mir dabei. Von dort steige ich in meine Tuchstrapaten ein.

 

Die Inspiration für Choreographien hole ich mir oft aus der Kunst. Besonders die Skulpturen des französischen Bildhauers Auguste Rodin faszinieren mich. So versuche ich die Körperhaltungen der Figuren in meine Nummer einzubauen. Mein Masterplan für die Zukunft? Noch ein paar Jahre als Artistin arbeiten und dann höchstwahrscheinlich eine internationale Business School besuchen.“

 

Fotos: Dennis Weinbörner, Bernhard Musil

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