Blog

Alessandra Pasquali, Ballettdirektion

Ballettmeisterin | seit 2015 am Palast

Alessandra Pasquali

„Aufgewachsen bin ich im idyllischen Bozen in Südtirol. Als Pfadfinderin war ich schon immer neugierig auf die Welt, zeichnete regelmäßig und liebte das Tanzen. Auf dem internationalen Festival ‚Tanzsommer Bozen‘ wurde ich mit 13 Jahren entdeckt und wenig später auf die professionelle Ballettschule nach England geschickt. Dort hatte ich stark mit Heimweh zu kämpfen.
 
Nach meiner Ausbildung erhielt ich ein Engagement an der Wiener Staatsoper, wo ich 12 Jahre lang tanzen durfte. Das Staatsballett Berlin lud mich dann zum Vortanzen ein und es folgten neun wunderbare Jahre in der Hauptstadt. Anschließend war ich europaweit als Gasttrainerin für renommierte Ballettcompagnien wie The Royal Ballet in London, das Ballett Zürich, das Stuttgarter Ballett sowie für das Hungarian National Ballett tätig.
 
Seit 2015 arbeite ich nun als Ballettmeisterin am Friedrichstadt-Palast. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, wirklich willkommen zu sein. Der Glamour und das Show-Business waren eine Umstellung für mich, aber ich bin dermaßen glücklich und stolz, hier arbeiten zu dürfen. Manchmal muss ich mich sogar daran erinnern, dass es ein Job ist – ich würde vermutlich auch umsonst auf die Arbeit kommen.
 
Als Ballettmeisterin trainiere und probe ich mit der 60-köpfigen Compagnie, assistiere vor einer Premiere zudem unseren externen Choreograph*innen und bereite die Tänzer*innen auf die jeweilige Produktion vor. Bei 40 Damen und 20 Herren ist es manchmal gar nicht so leicht, die unterschiedlichen Persönlichkeiten zu ‚bändigen‘. Als Coach ist es jedoch meine Aufgabe, zu motivieren, das Beste aus ihnen heraus zu kitzeln und ab und zu auch mal streng durchzugreifen.
 
Ich bewundere meine Kolleg*innen dafür, dass sie auf höchstem Niveau bis zu acht Mal pro Woche vor jeweils bis zu 1.900 Gästen tanzen. Unsere Bühne ist gnadenlos, man sieht alles und jeden. Da ich persönlich immer 200 Prozent gebe, erwarte ich das auch von unseren Tänzer*innen. Der Spaß darf dabei natürlich nicht fehlen.
 
Abseits des Palastes trifft man mich im Café Liebling in Prenzlauer Berg. Mit einem heißen, duftenden Kaffee und einer Zeitung ist dieser Ort meine private Oase. Hier schalte ich vom Alltag ab.“

 

Fotos: Pedro Becerra

Zum Seitenanfang